gedankendusche

Von Mäusen und Monstern – Zwei Spiele für zwischendurch

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Nachdem ich durch ein MMO namens Haven&Hearth, über welches ich schon seit längerem gedenke einen ausführlichen Artikel zu verfassen, Zugang zu einer relativ großen Gruppe von Onlinespielern aus aller Welt gefunden habe, möchte ich euch heute an einigen Entwicklungen eben dieser teilhaben lassen.

MMOs sind zeitaufwendig, ja geradezu suchtgefährend sagen einige. Doch selbst jene, die solche Spiele schätzen und lieben gelernt haben, finden oft nicht die Zeit sich jeden Tag stundenlang damit auseinander zu setzen, um mit dem durchschnittlichen Entwicklungsstand schritthalten zu können. Der Trend geht definitiv zu Spielen, welche man mal so eben zwischendurch zocken kann. Keine aufwändige Installation, kein stundenlanges Einfinden in komplexe Erfahrungs-, Inventar- und Questsysteme.

Doch wo findet man so etwas abseits der standadisierten Browsergames, welche einen nur eine handvoll Klicks am Tag machen lassen und einen (jedenfalls mich) schon ab dem dritten Tag anöden?  Eben, in bereits existierenden Gemeinschaften von Spielern. Die meisten Leute mit denen ich besagtes Haven&Hearth gespielt habe, empfinden die selben Phänomene welche ich beschrieben habe. Sie wollten Unterhaltung die nicht zeitintensiv, dafür aber um so actionlastiger ist. Dadurch angetrieben förderte unser noch existierender Skypechannel zwei Perlen der Indie-MMOs zutage, die ich euch im Folgenden näher vorstellen möchte.

1. Realm of the Mad God

Eine Mischung aus Zelda und Diablo, mit guter alter Pixelgrafik. Einfach über den Browser gestartet, kann man sich anfangs für eine von 5 Klassen entscheiden (Krieger, Bogenschütze, Zauberer, Priester oder Dieb. Ganz klassisch also ^^). Durchläuft man nun das kurz gehaltene Tutorial, wird man in einer zufallsgenerierten Welt ausgesetzt, in der es von Monstern aller Couleur nur so wimmelt.

Doch muss man der Horde aus Bösewichten natürlich nicht alleine entgegentreten, schliesslich handelt es sich um ein MMO. Schnell finden sich, wie von magischer Hand geführt, kleine und größere Gruppen an Spielern zusammen, um gemeinsam stärker zu werden, bessere Ausrüstung zu finden und schliesslich den gefährlichsten Gegnern, den sogenannten Göttern die Stirn zu bieten (Götter ist hier ein inflationär gebrauchter Begriff, denn es gibt quasi unendlich viele von ihnen).

Das lustige, und manchmal auch sehr ärgerliche, daran ist, dass der eigene Tod permanent ist und man sich einen komplett neuen Charakter erstellen muss. Da die investierte Zeit, um das maximale Level zu erreichen allerdings auch verschwindend gering ist, stört einen ein solcher Verlust meist nur wenige Minuten. Danach befindet man sich schon wieder mitten im Getümmel mit seiner neuen Klasse.

Für erfahrene Spieler gibt es noch diverse Dungeons und schliesslich auch den Mad God selbst zu besiegen. Es ist also für genügend Abwechslung gesorgt und zusätzlich wird das Spiel quasi täglich weiterentwickelt, so dass man sich häufig über Neues freuen können wird. Die Gemeinschaft hier ist äußerst freundlich zueinander, denn selbst die erfahrensten Spieler können durch eine unbedachte Bewegung alles verlieren (glaubt mir, das passiert auch den Besten oft genug) und benötigen dann die Hilfe des Neulings, dem sie gerade noch ein Schwert geschenkt haben.

Sucht mich einfach mal auf dem Server Ogre unter Burgi. Ab und an renne ich dort mit meinem Paladin und einigen Freunden durch die Gegend.

2.Transformice

Ganz anders und doch mindestens so viel Action, wie im zuvor beschriebenen Spiel. Hier seid ihr ein kleines Mäuslein, ausgesetzt in einem Raum voll von Unwegbarkeiten und wollt natürlich nur das Eine. Den Käse! Dazu müsst ihr Hindernisse überwinden und euch hüten in irgendwelche Abgründe zu fallen.

Klingt ganz einfach? Naja, theoretisch ist es das auch, wären da nicht die ganzen anderen Mäuse. Zwar benötigt ihr deren Unterstützung für so manchen Sprung oder Abhang, allerdings sind euch die anderen Nager bei fehlender Gruppenkoordination oft mehr Hinderniss denn Hilfe. Hinzu kommt noch der Obermäuserich in Form eines Schamanen. Zufällig jede Runde unter den Spielern ausgewählt und mit der Kraft ausgestattet diverse Maschinchen und ähnliche Hilfsmittel zu konstruieren. In den meisten Fällen geht jedoch auch hier irgendwas schief und die Maschine verselbstständigt sich. Eine tödliche Gefahr für euch und eure braunen Gefährten.

Wie bei Realm of the Mad God gilt, einfach Browserfenster öffnen, Namen eintippen und spielen.


Hoffe euch ein wenig Abwechslung für regnerische Herbst- oder langweilige Arbeitstage habe bieten zu können.

Obama zieht Bilanz zum Irakkrieg

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Falls ihr es noch nicht komplett habt sehen können, hier US-Präsident Obamas Erklärung zum offiziellen Ende des Krieges im Irak.

Wikileaks-Gründer Assange unter Vergewaltigungsverdacht

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Artikel auf Zeit.de

Artikel von der BBC

Ich bin ja kein großer Freund von Verschwörungstheorien. Das hier allerdings werde ich mit größter Aufmerksamkeit weiter verfolgen. Wäre ja doch etwas plump sich dieses unliebsamen Mannes so zu entledigen…

Edit: Na, das ging ja schnell. Der Haftbefehl ist bereits von Schwedens Staatsanwaltschaft zurückgezogen worden. Das internationale Echo im Internet hat da wohl doch zu schnell zu viel Gegenwind erzeugt ;)

B-Seiten

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Die A-Seiten von Roisin Murphy, ehmals Frontfrau Molokos, sind ja schon ein Ohrenschmaus. Jetzt habe ich einige B-Seiten entdeckt bei denen ich mich frage, warum sie es nicht aufs Album geschafft haben? In meinen Blog schaffen sie es allemal.

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R.I.P

…in Gedenken an alle Opfer der furchtbaren Ereignisse auf der Love Parade. Ich bin immer noch völlig schockiert. Verstärkt wird dies nur noch durch das absolut pietätlose Verhalten mancher, speziell das dieses selbsternannten Panikforschers Schreckenberg. Ernsthaft den Opfern die Schuld an ihrer eigenen Tragödie in die Schuhe schieben zu wollen, nur um sich selbst keine Schuldzugeständnisse machen zu müssen ist soetwas von erbärmlich. Wenn ich diesen Menschen am Ende der Verhandlungen nicht hinter Gittern und jenen geldgeilen Sack von OB arbeitslos vorfinde, habe ich mein letztes Quentchen Glauben in den deutschen Rechtsstaat verloren.

Wetten, dass…?

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Schon interessant auf was man bei Sportwetten-Anbietern heutzutage so sein Geld setzen kann.

“Reset 2.0″ Kunstwoche in Münster – Ein Abgesang

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Gestern ging in Münster die Kunstwoche “reset 2.0″ zuende. Zeit ein kurzes Resümee zu verfassen.

Zur Ausstellungseröffnung habe ich mich mit einigen Bekannten in die Clubschiene begeben, um mich den ausgestellten Kunstwerken zum Oberthema “Nacht” zu widmen. Das enttäuschendste gleich vorweg: Viel zum sich widmen gab es da nicht. Ein mittelgroßer, quadratischer Raum an dessen Wänden sich alle paar Meter mal ein Bildchen oder eine Photographie ausmachen ließ. Oft nicht einmal gekennzeichnet, so dass kein Künstler oder Name zugeordnet werden konnte. Versteckt im hinteren Teil des Raumes eine interaktive Ecke, bei der man Gott weiß was mit einem uralten Fernseher anstellen konnte. Daneben einige Schaukästen, die mich ein wenig an meine Grundschulzeit erinnerten. Direkt über der Bühne prangte das einzige Bild, welches durch seine Ausmaße schon von weitem leicht zu erkennen war. Ob das so geschickt war bleibt offen, denn viel plakativer als komische Männchen mit Monitoren anstelle des Kopfes, die Bücher verbrennen geht es nun wirklich nicht mehr. Ist unsere Künstlergeneration so unkreativ oder hat man solch niedrige Erwartungen an den Intellekt des Publikums, dass hier der metaphorische Vorschlaghammer derart radikal geschwungen werden muss?

Zum Glück besteht das “reset 2.0″ Kunstfestival ja nicht nur aus einer mickrigen Ausstellung. Jeden Abend traten in der Clubschiene zudem unterschiedliche Acts auf. Von Leseabenden, über Singer/Songwriter bis hin zum angesagten DJ war alles dabei.  Leider ließ es mein Terminkalender nicht zu an allen Veranstaltungen teilzunehmen, was ich jedoch an musikalischen Machwerken auf der MySpace Seite gehört habe klang teilweise recht vielversprechend. Zu den angekündigten Höhepunkten gehörte sicherlich der vergangene Samstag, an welchem sich 1Live “Raum und Zeit” DJ Klaus Fiehe die Ehre gab. So denn auch wir. Tja und was soll ich sagen? Die Musik war toll. Modern, innovativ und vor allem tanzbar. Aber halt! Ist mein Musikgeschmack vielleicht derart unausgereift, verkalkt oder was auch immer, dass ich hier etwas missverstanden habe? Außer unserm kleinen Grüppchen fühlte sich nämlich den gesamten Abend über keine einzige Person dazu animiert auch nur einen einzigen Ritt auf dem Parkett hinzulegen. Ich bezweifele allerdings, dass hier eine Fehleinschätzung der Musik meinerseits vorlag. Eher schienen mir selbst (oder gerade) das bohème Künstlertum und dessen Jünger mittlerweile derart versnobbt zu sein, dass sich die Herrschaften mit dem Sektglas in der Hand zu fein waren mal ihren Emotionen freien Lauf zu lassen. Stattdessen wurde kühl analysierend den treibenden Bässen des Herrn Fiehe gelauscht. Mal ganz ehrlich Leute, bei dem Mist den ihr da ansonsten ausgestellt habt, könnt ihr euch ein derart elitäres Gehabe nun wirklich nicht leisten.

Berlin Calling

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Endlich mal wieder einen Film gesehen. Einen Film der fesselnd genug war mich vom Anfang bis zum Ende ganz dabei sein zu lassen. Berlin Calling. Eine Geschichte über meine Generation, über ein nur allzu bekanntes Umfeld. Party, Bässe, Drogen. Fernab von deutscher Spießigkeit, ein bewusster Gegenentwurf. Chaotische WGs, düstere Clubs auf verlassenen Industriegeländen, zuckend beleuchtet vom Stroboskopfeuerwerk. Hippe Endzwanziger, Modefetischisten, Musikmarodeure.

Ein Paul Kalkbrenner, der sowohl schauspielerisch als auch musikalisch brilliert, dem Film seinen Stempel aufdrückt. Seinen eigenen Dämon spielend, der Paul Kalkbrenner der er eigenlich hätte sein sollen, wie er selber sagt. Kalkbrenner ist Ickarus, ein DJ wandernd auf dem erstmal ausgelutscht erscheinenden Grat zwischen Genie und Wahnsinn. Den Wahnsinn verabreicht bekommen in Form einer schlechten Pille. Eine Pille die den freiheitsliebenden Künstler in die engen vier Wände einer Klinik führt. Unter Anleitung einer nie ganz durschaubaren Psychologin, gespielt von einer wie gewohnt überzeugenden Corinna Harfouch. In Anwesenheit anderer, an Drogen gescheiterter Existenzen. Keine Klischees im eigentlichen Sinne, verfahrene Charaktere die sicherlich einen eigenen Film verdient hätten.

Getragen wird der Film von einem Soundtrack wie er passender nicht hätte sein können. Getragen im eigentlichen Sinne, denn die sphärischen bis treibenden Beats von Kalkbrenner lassen die Szenen am Zuschauer vorbeirauschen, kreieren eine Fahrt durch das moderne Berlin, eine Fahrt wie in der ewig präsenten Straßen- und U-Bahn. Dem jungen deutschen Erzählstil sind der Antiheld, das verworrene soziale Netz in welchem er sich bewegt und das offene Ende geschuldet. Ein Ende welches einlädt sich einmal selbst auf die Pfade des Ickarus zu begeben, auszutesten wie nah man sich an die Sonne heranwagen kann ohne sich die Flügel zu versengen.

Robyn: Cobrastyle

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Rock on!

Sehen und staunen!

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Warmschreiben

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Manchmal ist es wie verhext. Und manchmal bleibt das auch so. Seit Wochen schon fehlt der letzte Impuls, der berühmte zündende Gedanke mal wieder irgendwas pamphletisches hier abzulassen. Ständiges servieren von Linkkompotts ist halt auch keine dauerhafte Lösung. Was also tun? Erstmal irgendwas zu Papier bringen war meine Lösung. Den Flow wieder finden, in die Gänge kommen. Drei Zeilen lang hat das ja nun schon ganz gut funktioniert. So langsam merke ich allerdings, wie das schleichende Phantom der Einfallslosigkeit erneut meinen Rücken entlang krabbelt.

Wie es der Zufall es  so will, bin ich just in diesem Moment über ein kleines Essay mit dem Thema “Schreibblockade” gestolpert. Einen der acht Tips habe ich ja durch mein drauflos schreiben bereits vorbildlich befolgt. Mir über einen zweiten wenigstens schonmal Gedanken gemacht. In den vergangenen Sommern war es mir immer ein besonderer Genuss zwischen Bäumen, Blümchen und den zwitschernden Vögeln zu liegen und zur Abwechslung mit Zettel und Stift etwas zu produzieren. In diesem Sommer bin ich noch nicht so recht angekommen. Schleuniger Änderungsbedarf ist wohl angebracht, und wenn es nur dazu dient eine Metamorphose von leichenblass zu braungebrannt einzuleiten.

Fehlt noch ein Thema welchem man sich annähern könnte. Von Ölpest über Bundespräsidentenwahl bis zur unübersehbaren Weltmeisterschaft im Fußball ist sicherlich einiges dabei. Die neuesten Entwicklungen im und rund um das Internet habe ich dagegen seit längerem schon links liegen gelassen (Wer den Wortwitz findet bekommt ‘nen Keks). Einzig eine für mich neue Rolle als Moderator in einem rasant wachsenden Forum könnte vielleicht Lesestoff für euch auf der einen Seite und Anreiz für mich produktiv zu werden auf der anderen bieten.

Verfahren wir nach Rudi Carrells Prinzip: “Lass dich überraschen” und sehen was am Ende dabei herauskommt. Class dismissed.

Saturday Night

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Falls ihr einem einsamen Samstagabend entgegenseht, stellt euch eine Flasche Rotwein oder wahlweise einen guten Single Malt bereit, dann folgt meinen Anweisungen.

1. http://www.rainymood.com/
2. http://www.endlessyoutube.com/watch?v=HMnrl0tmd3k
3. ???
4. PROFIT!

Alternativ könnt ihr euch auch gerne heute um 20:00 Uhr an der Bahnhofsstraße 5 in Münster einfinden. Da treffe ich mich mit Freunden und Arbeitskollegen, um in meinen Geburtstag hinein zu zelebrieren. Wir werden wohl sämtliche Bars und Diskotheken abklappern, die uns so einfallen.

Für was auch immer ihr euch entscheidet, ich wünsche ein gediegenes Wochenende.

Öffentlichkeit vs. Privatsphäre? Gedanken zum Vortrag von Jeff Jarvis auf der re:publica 2010

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Zur Zeit findet in Berlin die re:publica 2010 statt. Hierbei handelt es sich um eine internationale Bloggerkonferenz, die sich mit den drängendsten Fragen rund um die Entwicklung des Internets beschäftigt, darüber debattiert und hofft dadurch zu neuen Leitfäden bezüglich der Entwicklung des Webs zu gelangen.

In seinem gestrigen Beitrag zur re:publica im Berliner Friedrichsstadtpalast äußerte sich Netzguru, Journalismusprofessor und Blogger Jeff Jarvis zum Thema Privatsphäre. Ein drängendes Thema ohne Frage, gibt es doch sogar auf europäischer Ebene politische Debatten zur Frage der privaten Sicherheit vs. die öffentliche Sicherheit. Während man allerorten im Netz zudem eingebläut bekommt seine Privatsphäre so weit es denn nur eben möglich ist aufrecht zu erhalten, ja sogar Seiten zur Terminierung der eigenen E-dentität erschaffen worden sind, versucht Jarvis die Konfliktlinien neu zu definieren. Für ihn ist ein mehr an Privatspähre gleichbedeutend mit einem weniger an Öffentlichkeit. Während er natürlich niemals in die Richtung gehen würde, die erzwungene Aufhebung von Privatsphäre gut zu heißen, so appelliert er doch an die Nutzer des Web 2.0 ihre Tarnkappen abzulegen und sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Für Jarvis ergeben sich erst mit dieser Offenlegung die eigentlichen Möglichkeiten einer weltweiten Vernetzung. Erschaffung neuer Freundeskreise, die Möglichkeit sich selbst zu vermarkten und Kapital daraus zu schlagen.

Jarvis führt sich selbst als bestes Beispiel an. An Prostatakrebs erkrankt trug er diese Krankheit in seinem Blog an die Öffentlichkeit und behauptet erst dadurch wirkliche Hilfe im Umgang mit seinem Leiden erhalten zu haben. Unterstützung in Form anderer Erlebnisberichte, die ihm so von Ärzten nicht hätte dargelegt werden können. Auch die Möglichkeit Bücher zu veröffentlichen schreibt Jarvis alleine seinem offensiven Streben, all seine Gedanken an die Öffentlichkeit zu tragen, zu.

Während gerade wir Deutschen, die nicht nur das Netz weiterhin stiefmütterlich behandeln, sondern auch besorgter als jedes andere Volk auf dieser Erde um unsere eigene Privatsphäre sind, noch viel aus den Gedanken des amerikanischen Professors lernen können, tun sich doch auch eine Menge versteckter Fallstricke auf, wenn man nicht bedacht ist in seinem Gang an die virtuelle Öffentlichkeit. Jarvis hat gut reden, denn bereits bevor er das Bloggen aufnahm war er Journalismusprofessor, spezialisierte seinen Themenbereich dann auf das Internet. Reputation war also bereits genügend vorhanden, um die nachfolgenden Exhibitionismen immer im Licht eines bereits vorher elitären Status Quo erscheinen zu lassen.

Versucht nun allerdings Ottonormalbürger aus seiner Netzidentität wie auch immer geartetes Kapital zu schlagen, sollte er vorsichtig sein, was er an die Öffentlichkeit bringen will und wer potentiell alles Zugang zu Begebenheiten aus seinem Privatleben haben wird. In vielen Internetgemeinschaften herrscht kindisches, naives und neidisches Verhalten gegenüber anderen Nutzern. Wenn ich mich also generell in einem solchen Milieu bewege, sollte ich mich vorsehen, was am Ende (in oftmals ins Lächerliche exponenzierter Wirkung) gegen mich verwendet werden könnte. Abgesehen von solchen Gemeinschaften, welchen der ambitionierte Stratege 2.0, der aus seinem Tun am Ende gar Geld zu machen versucht, längst den Rücken gekehrt haben sollte, sind natürlich Faktoren wie Arbeitgeber oder der erweiterte Bekanntenkreis zu beachten. Diese geben sich, einmal mit zweifelhaften Bekenntnissen versorgt, oftmals nämlich auch nicht erwachsener im Umgang mit jenen, als die zuvor erwähnten Internetcommunities.

Um es genereller zu formulieren, muss ich mir bewusst darüber sein, dass ich mit allem was ich sage potentiell eine Angriffsfläche für alles und jeden biete. Ich sollte also wenigstens in der Lage sein solche Angriffe unbeschadet über mich ergehen zu lassen, im Zweifelsfall aber besser genügend Fakten vorliegen haben um solche Attacken erfolgreich zerstreuen zu können. Jede Werbung ist gute Werbung kann im Internet erst gelten, wenn man wie Jarvis bereits über einen gewissen Status verfügt, ansonsten landet man schnell in der Mottenkiste der Internetkuriositäten oder muss sich eine zweite, falsche Identität zulegen.

Um es am Ende noch einmal deutlich zu machen, stimme ich jedoch nichts desto trotz mt Jarvis überein, dass der Einsatz von mehr Öffentlichkeit im Großen und Ganzen mehr Möglichkeiten bietet das neue Medium Internet zu nutzen, als eine passive Nutzung im Schatten der Anonymität. Auf das richtige Maß kommt es wie so oft an.

Trends

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Wie das nunmal so ist bekommt man es, kaum hat man einen Schwarm neuer Leser gewonnen, mit einer ernsthaften Schreibblockade zu tun. Keins der Themen, über die ich in den vergangenen 24 Stunden gestolpert bin, hat die typische: “Darüber musst du jetzt aber unbedingt was schreiben”-Reaktion auslösen können. Außer ein paar weiteren Blogeinträgen von Herrn Reiter, aber wir wollen das Thema hier auch mal nicht überstrapazieren.

Deshalb kurz und bündig einige Links zu Themen, wo ich mir gedacht habe: “Könnte man sich mal genauer mit auseinander setzen, aber wie?”

Jeff Jarvis denkt über eine Charta der Internetgrundrechte nach, und bittet andere mit ihm zu denken. Zu finden auf buzzmachine.com

Zeit.de startet eine Serie mit Namen “Stimmen aus Amerika“. Leider sind die Interviews in meinen Augen viel zu kurz geraten, um genügend Aussagekraft zu besitzen.

Nicht zu vergessen natürlich der erfolgreiche Testlauf im CERN in Genf. Apokalypse mal wieder erfolgreich ausgewichen, aber 2012 ist es dann hoffentlich endlich so weit.

Mehr gibt es dann hoffentlich später.

Mehr Werbung für “Dumm 3.0″

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Manchmal haben eine Serverdowntime in Kombination mit Microsofts Suchmaschine Bing auch so ihre Vorteile. Zugegeben, normalerweise ist Bing der letzte Mist. Wer sich mal die Zeit genommen hat die unterschiedlichsten Suchbegriffe sowohl bei Google, als auch bei Microsofts Konkurrenzprodukt einzugeben, wird wissen wovon ich spreche. Doch als ich gestern bei der Arbeit in Langeweile versank und deshalb mal meinen Blog ansteuern wollte, musste ich feststellen, dass meine eigene Homepage down war. Zum Glück beschäftigen wir den fortschrittlichsten Administrator der da draußen so zu finden ist und der gute Mann hat uns lediglich mit dem Internet Explorer als Browser gesegnet. Nun wird man, sobald eine Website nicht angesteuert werden kann vom IE8 direkt mit Bing verbunden. Was wiederum dazu führte, dass ich auf einige Suchergebnisse zum Thema gedankendusche.de stieß, die mir bei normaler Googlenutzung niemals aufgefallen wären.

Bei den beiden Fundstücken handelt es sich um Rückmeldungen zu meinem Artikel “Wer ist hier eigentlich Dumm 3.0“. Wer sich so dazu herab gelassen hat mein Machwerk zu kommentieren, überraschte mich doch ungemein. Zum einen war da die Twittervertretung der Buch-PR Firma Prittwitz&Partner. Eine sehr lesenswerte Kritik zum Interview mit Markus Reiter sei mir da gelungen. Ist doch schön auch mal ein Lob von außerhalb des Bekanntenkreises zu bekommen. Ja sogar von Unternehmensseite. Vielleichte sollte ich die guten Leute bei Prittwitz damit beauftragen meinen Blog zu vermarkten, wenn sie ihn schon für lesenswert halten.

Zum Zweiten kam allerdings dann der ganz große Knall. Ich sah einen Artikel über meine Kritik auf einem anderen Blog namens “Klardeutsch“. Zu meiner großen Überraschung handelt es sich hier um den Blog von Markus Reiter persönlich, der, wie nicht anders zu erwarten war, nicht allzu erfreut auf meine Worte reagierte. Dann will ich auch mal nicht so sein und den Ball zurückspielen.

Lieber Herr Reiter,

sie scheinen sich in ihrer Rückkritik sehr an meinem kurzen Absatz über den Sprachverfall und meine Meinung dazu aufzuhalten. Es würde mich interessieren zu hören, wie sie denn mit dem Rest meiner Kritik umgehen? Doch zurück zum Inhalt ihres Artikels. Für mich handelt es sich hier um ein gewieftes Ablenkungsmannöver, mir zu unterstellen, ich habe doch wohl jemand anderen, nämlich den mir bisher unbekannten Wolf Schneider, mit meiner Kritik treffen wollen. Zusätzlich stellen sie sich auf meine Seite, wenn es darum geht zu sagen, dass es im Internet keinen Sprachverfall im klassischen Sinne gebe. Das ist schön zu hören und ich möchte nochmal klarstellen, dass ich mich in diesem speziellen Absatz eher auf diejenigen Kommentatoren auf Zeit.de beziehe, welche sich ihnen im Allgemeinen oder im Speziellen angeschlossen haben. Mir ist nur gerade anhand jener Kommentare eine gewisse Ironie nicht verborgen geblieben. Diese Kommentatoren bemängeln die unzureichenden Deutschkenntnisse der Generation Upload, sind dabei selbst allerdings nicht in der Lage einen fehlerfreien deutschen Satz zu formulieren. Was mich in dem ganzen Zusammenhang allerdings etwas befremdet ist der Name ihres Blogs, “Klardeutsch- Ein Blog für klares und verständliches Deutsch”. Dazu möchte ich mich nicht weiter auslassen, da ich mich noch nicht eingehender mit den Inhalten ihrer Webpräsenz beschäftigt habe. Nur soviel, in meiner Kritik klang schonmal an,dass ich ihnen unterstelle ihr Fähnchen mit ihrem neuen Buch gehörig nach dem Wind zu hängen. Gleiches kann ich auch bei einem derartigen Titel für einen Weblog nicht vermeiden. Auf mich wirkt eine solche Ansage geradezu verstörend, ihrer Zielgruppe wird es wohl eher ein “Endlich mal jemand der es ausspricht” entlocken, auch wenn die tatsächliche Zielgruppe nicht mit der angestrebten übereinstimmen mag.

Damit sind wir umgehend beim zweiten Teil ihrer Rückkritik angelangt. Sie behaupten, mein Punkt bzgl. einer gewieften Verkaufsstrategie ihres Buches sei nichtig, weil man ja mit einem Buch heutzutage auch nicht mehr das große Geld machen könne. Na und? Selbst wenn sie mit dem Machwerk keine Millionen einstreichen werden, bleibt doch wohl festzuhalten, dass sie das ganze Ding nicht aus purem Idealismus geschrieben haben, sondern auch um damit ihren Lebensunterhalt zu sichern. Für mich ließ sich daraus und aus der Tatsache wie sie mit dem Thema Internet umgehen und welch einen plakativen Titel sie gewählt haben (“Dumm 3.0″) schlussfolgern, dass sie bewusst eine sich dem Stammtisch anbiedernde Verkaufsstrategie gewählt haben, um ihre Auflagen zu steigern. Zugegeben, hier drifte ich etwas ins Spekulative ab und ich bin auch froh darüber, dass mal ein kritisches Machwerk zum sonst zum Erlöserersatz verklärten Web 2.0  auf den Markt gebracht wird. Doch können wir nicht bitte eine etwas produktivere Diskussion über die ganze Thematik führen? Immerhin haben sie sich wenigstens schonmal einen neuen Leser akquirieren. Nun muss ich ja wohl herausfinden, mit wieviel Fundament ihre in meinen Ohren populistisch läutenden Thesen so versehen worden sind.

Mit freundlichen Grüßen,

Birger, der Gedankenduscher