Auf meiner Suche nach Tätigkeitsbereichen für einen Menschen der gerne zu Zettel und Stift greift, respektive gerne in die Tasten haut, bin ich gestern auf die Seite www.textbroker.de gestoßen. Hierbei handelt es sich um eines der typischen Web 2.0 Portale die Arbeitsuchende und Arbeitgeber zusammen führen. In diesem speziellen Falle eben einen Autor und einen Menschen oder eine Firma, die selbst nicht in der Lage sind einen gescheiten Text zustande zu bringen.
Vergütet wird das Ganze zwar mehr schlecht als recht, angemeldet habe ich mich aus reiner Neugier und akutem Geldmangel trotzdem mal. Nachdem man seine persönlichen Daten angegeben hat, wird man auch direkt dazu aufgefordert einen Beispieltext zu einem von fünf ausgewählten Themengebieten zu verfassen. Entschieden habe ich mich schließlich für “Partylocations in meiner Heimatstadt”. Nichts leichter als das, dachte ich mir als eingefleischter münsteraner Partygänger. Und siehe da, ich bin auch direkt mit drei Sternen bewertet worden, statt der üblichen zwei, die ein neuer Autor dort erstmal angerechnet bekommt.
Die Anzahl der Sterne mit denen man sich schmücken darf, bestimmt gleichzeitig zu welchen Angeboten man Zugang erhält. Dumm nur, dass ca. 95% der angepriesenen Ware eine Vorraussetzung von vier Sternen mit sich bringt, was es für neue Autoren erstmal schwierig macht überhaupt einen Einstieg zu finden. Doch so leicht lasse ich mich nicht einschüchtern, deshalb direkt mal durch die wenigen Anzeigen geblättert, die auch meiner Wenigkeit zugänglich waren. Neben über 50 Touristeninfos, welche es auf niederländisch zu verfassen galt, stieß ich prompt auf eine Kuriosität, die mich lachen machte und dazu bewog, diesen Blogeintrag zu verfassen.
Ich bin mir nicht sicher, ob es sich hier tatsächlich um Keyword-Advertising handelt. Mir kommt es eher so vor, als ob ein paar Leute mit zu viel Scheinen im Geldbeutel auf arme Autoren wie mich warten, die bereit sind sich für ein paar Cents zum Affen zu machen. Die Aufgabenstellung lautete nämlich wie folgt (beispielhaft): “Verfassen Sie einen Text zum Thema Finanzen in welchem die Begriffe “In Extremo” und “SMS-Liebessprüche” mindestens dreimal auftauchen” Oder auch: “Verfassen Sie einen Text zum Thema Medien in welchem die Begriffe “Gehältermanager” und “Lustige Geschenkartikel” mindestens dreimal auftauchen.”
Die einzige zusätzliche Information, die man vorab erhielt war, dass der Text in einem ungenannten Weblog veröffentlicht werden sollte. Noch immer sitze ich nun hier und grübele über Sinn und Zweck der ganzen Veranstaltung, indes sich andere Autoren bereits um die Texte gerissen zu haben scheinen. Im Angebot sind sie jedenfalls nicht mehr. Falls sich also eine der armen Seelen, die solche Artikel tatsächlich verfassen, hier auf meinen Blog verirrt, verratet mir doch bitte mal was das Ganze soll und warum ihr euch für solch einen Mist hergebt?
Ich jedenfalls werde mir die Angebote auf textbroker.de zwar weiter ansehen, jedoch sehr genau auswählen wozu ich schreibe und wozu nicht. Und sei es nur, weil mir zu einem solch komischen Stichwörtersalat einfach nichts einfallen würde.














