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Warum haben wir Angst?

Warum haben wir Angst?

Wir alle haben Ängste.

Bei einigen sind sie stärker ausgeprägt als bei anderen und bei anderen wiederum diktieren Ängste sogar ihr gesamtes Leben.

Wie kommt es überhaupt dazu? Wie oder wodurch entwickeln sich Ängste?

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. In Deutschland leiden ca. zehn Millionen Menschen an einer Angststörung.

Eine Angststörung musst du gar nicht haben, um dich ängstlich zu fühlen.

  • Vielleicht bist du im Alltag sehr ängstlich und wirst somit stark dadurch eingeschränkt?
  • Oder fürchtest du dich davor, mit anderen zu reden oder Small talk zu führen? Vielleicht hast du Angst, z.B.  im Supermarkt oder an anderen Orten ohnmächtig zu werden.
  • Hast du extreme Angst vor Hunden, so dass du dich gar nicht mehr aus dem Haus traust oder du machst du dir ständig Sorgen, dass du irgendeine schlimme Krankheit haben könntest?
  • Und vielleicht machst du dir auch die ganze Zeit Sorgen um deine Liebsten und Angehörigen und kannst einfach nicht ruhen und nicht richtig ein-bzw. durchschlafen und auch nicht ausschlafen, bis du z.B. weisst, dass sie wieder wohlbehalten zu Hause sind?

Ängste sind unglaublich belastend. Sie schränken den Lebensradius sehr stark ein und führen zu körperlichen Problemen. Sie füllen deine Gedanken aus und lassen dich Dinge vermeiden, die du sehr gerne tun würdest. Mit der Zeit werden sie immer schlimmer.

Wie entsteht Angst?

Warum gibt es überhaupt Angst und warum kann sie so schnell außer Kontrolle geraten?
Angst ist eine ganz normale Basisemotion. Angst zu haben schützt dich vor Gefahren und bewahrt dich davor, Dinge zu tun, bei denen du zu Schaden kommen könntest.

Das Ziel sollte also nicht sein, angstfrei zu leben, also die Ängste vollkommen zu eliminieren, sondern lernen sie zu verstehen.

Wenn du Angst hast, dann bist du vorsichtiger und probierst vielleicht bestimmte Dinge nicht aus die schlecht für dich sind.
Ohne Angst hätte die Menschheit nicht überlebt.

Es startet nämlich ein ganz fein abgestimmtes Programm (Kampf, Flucht oder Totstellen). Dieses wird teilweise sogar schon ausgeführt, bevor wir es überhaupt bewusst erfassen. Es handelt sich um einen Überlebensmechanismus.  
Es ist faszinierend was unser Körper leistet, um an sich harmlose Situationen als Bedrohung einzustufen.
Warum ist das so?

Es gibt verschiedene Faktoren, die an der Entstehung von Angst beteiligt sind. Wichtig zu wissen ist, dass es nie nur eine Ursache für Angststörungen gibt. Der Zusammenschluss verschiedener Ursachen begünstigt die Entstehung von Angststörungen.

Dein größtes Potenzial verbirgt sich hinter deinen Ängsten

7 Faktoren für die Entstehung von Angst

💡 Gene

Es gibt eine genetische Veranlagung, bei der die einen leichter als andere Menschen mit Angst auf bestimmte Situationen oder Reize reagieren. Bei Angststörungen legt die Forschung nahe,
dass es einen grundlegenden Beitrag genetischer Faktoren gibt.

Der liegt zum Beispiel für spezifische Phobien und generalisierte Angststörungen bei etwa 30%, geht über auf etwa 50% bei sozialen Phobien und Panikstörungen bis hin zu 67% bei Platzangst. Das heißt natürlich nicht, dass du definitiv eine Angststörung bekommst, nur weil ein Elternteil zum Beispiel eine hat.

Es kommen immer verschiedene Faktoren zusammen und du siehst ja auch bei dieser Ansammlung genetischer Faktoren, dass es zusätzlich noch einen großen Einfluss von Umweltfaktoren gibt. Einige Ängste scheinen auch schon evolutionär in uns veranlagt zu sein, wie die Angst vor Schlangen oder Spinnen.

Es gab eine Studie, in der sechs Monate alten Babys Fotos von verschiedenen Sachen, unter anderem Bilder von Schlangen, gezeigt wurden.
Es wurde festgestellt, dass sie darauf schon mit Stressreaktionen reagierten. Die Schlussfolgerung war: Offensichtlich ist diese Angst angeboren, denn die Babys waren noch zu jung, um diese zu erlernen.

Wahrscheinlich ist es ein evolutionäres Überbleibsel. Vermutlich hatten unsere frühen Vorfahren mit gefährlichen Spinnen zu tun und mussten ständig auf der Hut sein. Dieser evolutionäre Prozess des Menschen mit Spinnen und Schlangen reicht 40-60 Millionen Jahre zurück.

💡 Lernerfahrungen

Eine ganz wesentliche Rolle bei der Entstehung von Ängsten spielen die Lernerfahrungen.

Hier ein Beispiel: Stell dir vor, du fängst gerade mit einem neuen Job an und es ist deine erste Arbeitswoche. Du sitzt an deinem Schreibtisch, dein Chef kommt ins Zimmer und schreit vor deinen Augen die Kollegin an und macht sie so richtig runter.

Wie reagierst du? Mit Angst vor dem Chef? Wenn ja, dann löst später allein der Anblick des Chef diese Angst bei dir aus und eventuell bekommst du ein mulmiges Gefühl. Wenn du die Begegnung mit dem Chef jetzt in Zukunft vermeidest, dann lernst du, dass es dir dann besser geht und die Angst ihm gegenüber geringer wird. Als Folge den Chef immer mehr zu vermeiden, werden deine Ängste vor ihm immer größer.

💡 Nachmachen

Lernerfahrungen müssen sich nicht unbedingt auf deine eigenen Erfahrungen beziehen. Sie sind auch durch Beobachtung erlernbar.

Erlebt z.B. ein Kind immer wieder wie panisch seine Eltern auf Hunde reagieren, dann ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Kind ebenfalls Angst vor Hunden entwickelt. Oder der Klassiker: vor Spinnen.
Überängstliche, überbesorgte Eltern können diese Ängste auf ihre Kinder übertragen. Das kann dazu führen, dass die Kinder harmlose Situationen dann als bedrohlich wahrnehmen.

💡 Persönlichkeit

Auch die Persönlichkeit bestimmt anteilig wie ängstlich du bist und zwar über Faktoren wie Launenhaftigkeit, Klagen über Ängste und Ärger, dauerhafte Unzufriedenheit, Neigung zu Unsicherheit und Verlegenheit, etc.

Oder wie empfindlich du bist und auf die Situation reagierst. Menschen die sehr empfindlich sind neigen gerne dazu sich sehr viele Sorgen zu machen.
Sie malen sich viele Katastrophenszenarien aus und erleben häufiger und dauerhafter unangenehme Emotionen wie starke Anspannung, Wut, Trauer, Ärger und eben auch Angst.

💡 Traumatische Lebensbedingungen

Traumatische Lebensbedingungen oder Lebensereignisse in der frühen Kindheit können dich anfälliger für die Entwicklung von Ängsten machen.
Z.B. Vernachlässigung, Trennungserfahrungen, physischer oder psychischer Missbrauch. In tiefenpsychologischen Theorien wird davon ausgegangen, dass gerade die frühen Beziehungserfahrungen eine große Rolle spielen.

Je nachdem, wie sicher oder unsicher die Bindung zu den entsprechenden Bezugspersonen gewesen ist. Ob ein Kind zum Beispiel die Erfahrung gemacht hat, dass jemand kommt, wenn es ängstlich ist, schreit oder unsicher ist. 

💡 Kritische Lebensereignisse

Eine Trennung vom Partner, der Verlust des Arbeitsplatzes, der Tod eines Angehörigen oder geliebten Menschen… Das alles kann enorme Stressreaktionen bei dir auslösen.

Diese Stressreaktionen sind häufig der Auslöser, um dann zum Beispiel eine Angststörung ausbrechen zu lassen. Die Situation wird als bedrohlich empfunden und du fühlst dich nicht mehr in der Lage damit umzugehen. Vermutlich sind schon andere mitgebrachte Risikofaktoren vorhanden, weil du z.B. ein ängstlicher Mensch bist oder negative Erfahrungen in der Kindheit gemacht hast.

Eine genetische Veranlagung kann ebenfalls dazu beitragen. Durch so ein großes Stressereignis kann sich die Angststörung manifestieren.

💡 Schleichender Dauermodus

Ein permanenter Stress oder ein permanentes Bedrohungsgefühl kann die Entwicklung von Ängsten begünstigen. Die Medien spielen hierbei eine ganz große Rolle.

Läßt du dich 24/7 von den Nachrichten berieseln? Mit all den Meldungen über Katastrophen, Anschlägen, Kriegen, Hunger und Missbrauch? Vorsicht, das färbt auf dich ab und hat einen großen Enfluss auf dich!

Insbesondere Bilder haben oft einen sehr großen Einfluss auf uns und können auch traumatisieren, wenn wir unvorbereitet ein besonders gewaltsames Bild sehen. Sie verankern sich in deinem Unterbewusstsein.

Psychologen vermuten, dass dadurch das allgemeine Angstniveau steigt, weil ständig eine Art Grundangespanntheit da ist und es nur schwer ist, davon wieder „runter zu kommen“.

Kommt jetzt noch ein weiterer angstmachender Faktor hinzu dann bleibt es nicht aus, dass das stark einschränkende Ängste auslöst.

Wichtig für das Verständnis oder für die Behandlung von Ängsten und Angststörungen ist vor allem zu wissen, dass die Auslöser in der Regel weniger bedeutsam sind als die vorhandenen Faktoren, weil unser Denken, Fühlen und Handeln sich über die Zeit mit Ängsten verselbstständigt.

Das sind dann die Dinge, die die Angststörungen und die einschränkende Angst aufrechterhalten.

Siehst du nun alles klarer und weißt du jetzt was du tun solltest?

Dankbarkeit und Angst

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